18. Februar von langer Hand vorbereitet – soll Demokratie im Keim ersticken

Kiew, 18-02-2014 17.00
Lesja Orobets – Parlamentsabgeordnete:
Janukowytsch und seine Umgebung haben eine gezielte Provokation organisiert, eine Falle für die Protestierenden. Alle so genannten friedlichen Verhandlungen haben sich als sorgfältig geplante Falle erwiesen. Sie zielten allein darauf ab, Zeit zu gewinnen und eine militärische Operation vorzubereiten. Janukowytsch wollte von Anfang an gar keine Zugeständnisse machen. Alle Finten rund um den politischen Prozess, alle Verhandlungen über Verfassungsänderungen hinter verschlossenen Türen hatten nur eines zum Ziel – die Protestierenden in eine Falle zu locken.

Das Drehbuch für den heutigen Tag ist mindestens eine Woche im Voraus sorgsam geplant worden. Im Moment ist die Metro (U-Bahn) in Kiew gesperrt, und alle Einfahrten in die Stadt sind blockiert. An manchen Stellen in Kiew ist das Internet abgeschaltet (z. B. in den Wohnheimen der Polytechnischen Universität). Innerhalb einiger Stunden ist in Kiew de facto der Ausnahmezustand eingeführt worden. Ohne geheimdienstliche Aufklärung, Planung und Vorbereitung wäre dies nicht möglich gewesen. Offensichtlich wurde so eine Operation, die eine ganze Stadt mit 4 Mio. Einwohner erfasst, mindestens ein paar Tage, wahrscheinlicher eher 2-3 Wochen im Voraus vorbereitet.

Im Zentrum Kiews wurden große Reserven der Miliz und der Sicherheitsstreitkräfte zusammengezogen. Außerdem wurden bezahlte Banditen (sog. Tituschki, A.d.Ü.) angeheuert, die gemeinsam mit der Sondereinheit „Berkut“ agieren. Sie werfen Steine auf Protestierende und sind mit zu Waffen umfunktionierten Armierungseisen ausgerüstet. Die Taktik bei dieser Operation war, dass die Protestierenden zunächst ins Regierungsviertel hineingelassen und dort mit konzentrierten Angriffen in isolierte Gruppen getrennt werden sollten. Wäre der Plan gewesen, die Protestteilnehmer nicht zum Parlamentsgebäude durchzulassen, so hätte man einfach eine Absperrungskette an der bisherigen Stelle aufgebaut – in der Hruschewski-Straße.

Die Miliz und die sie unterstützenden angeheuerten Banditen gingen extrem brutal vor. Bis jetzt sind mindestens vier Protestierende ums Leben gekommen, d. h. von den Sicherheitskräften getötet worden, darunter eine Frau. Einige weitere liegen im Sterben aufgrund ihrer Schusswunden – die Berkut-Kräfte und die Sicherheitsstreitkräfte schossen mit Kampfschrapnell, einige Protestierende wurden offensichtlich aus Waffen mit gezogenem Lauf verwundet. Die Berkut-Kräfte schossen von den Dächern aus auf Protestierende und bewarfen sie – ebenfalls von den Dächern– mit Granaten. Einige Dutzende sind schwer verletzt, vielen wurden die Augen ausgeschossen, da die Polizisten überwiegend auf die Köpfe zielen.

Dieses Massaker wurde von langer Hand vorbereitet und hat zum Ziel, jegliche Andeutung von Demokratie in der Ukraine endgültig im Keim zu ersticken. Die „Drehbuchautoren“ wollen jetzt in Kiew die Moskauer Ereignisse von 1993 wiederholen und den Ukrainern für immer Furcht einjagen, sie grundsätzlich entmutigen, jemals wieder für ihre Rechte zu kämpfen.

Aber das wird ihnen nicht gelingen!

Lesja Orobets – Parlamentsabgeordnete

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