Der „heilige Nikolaus aus Deutschland“: Der Maidan erinnert an den Wohltäter Prof. Dr. Hartmut Köppler

Hartmut KöpplerAm 24. Februar 2014 sind 40 Tage seit dem Tod von Prof. Dr. Hartmut Köppler vergangen. An ihn erinnern sich tausende ukrainische Kinder. Sie kannten und liebten den „heiligen Nikolaus aus Deutschland“, wie sie ihn nannten. Dieser Mann widmete die letzten 25 Jahre seines Lebens der gesellschaftlichen Entwicklung in der Ukraine, indem er den Menschen half, die von der Tschernobyl Katastrophe betroffen waren. Er sammelte Gelder, kümmerte sich um humanitäre Hilfe und leitete Erholungsprogramme in Deutschland für Tschernobyl-Kinder. Für seine hingebungsvolle Tätigkeit erhielt Hartmut Köppler mehrere staatliche Auszeichnungen der Ukraine.


Zu Beginn der Proteste konnte er nicht unbeteiligt bleiben und reiste so Mitte Dezember 2013 in die Ukraine. Prof. Dr. Hartmund Köppler war einer der Gründer der Gruppe vom 30. November, deren Hauptziel die Freilassung aller Verfolgten war, die während der Proteste verhaftet worden waren. Seine Frau, Lubomira Köppler-Hoptij, war eines der ersten Opfer der Berkut Einheiten– ihr wurde bei einer Demonstrationsauflösung ein Arm gebrochen.

Alle Mitglieder der Michailowskij-Bewegung erinnern sich gut an den großen, weißhaarigen Mann, der mit einem leichten Akzent Russisch sprach, bei der Essensvorbereitung und -verteilung half und sehr oft wiederholte: „Das Allerwichtigste für dieses Land und für mich persönlich ist jetzt der Maidan.“

Neben seiner Teilnahme an den Protesten engagierte er sich auch in seiner Freizeit sehr viel: Er organisierte Treffen bei der Deutschen Botschaft für die Unterstützung der Ukraine und leitete ein Projekt für die Schaffung eines internationalen ukrainisch-weißrussisch-deutschen medizinischen Zentrums in Puzscha-Voditca. Darüber hinaus leistete er humanitäre Hilfe in ukrainischen Dörfern – und er rettete einen Welpen, den er in einer Straße unweit vom Maidan mit seiner Frau fand.

Sein Herz versagte am 16. Januar 2014, dem Tag, an dem das ukrainische Parlament (Werchowna Rada) die undemokratische Gesetzänderung für Demonstrationsverbote beschloss. Die Menschen, die ihn kannten, sagten, dass dieses Ereignis ihn erschöpfte und er konnte sich nicht verzeihen, dass sich trotz aller seiner Bemühungen die Zustände nur noch weiter verschlechterten.

Für die Ukraine war er wie ein Engel, der immer für die kranken Kinder da war und unendlich viel Hilfe leistete, sein Tod wird sehr bedauert. Unser Volk wird Hartmund Köppler immer in guter Erinnerung behalten und wir möchten auch, dass das deutsche Volk um seine Verdienste weiß. Wir kannten Hartmund Köppler als einen Menschen mit festen Prinzipien und hohen moralischen Ansprüchen, einen Aktivisten und Menschen, der sich sehr um die Ukraine sorgte und dafür danken wir ihm.

Wie die Botschaft der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland schrieb: „Hartmut Köppler bleibt in unserer Erinnerung als eine herausragende Persönlichkeit mit festen moralischen Prinzipien, als ein aktiver Wohltäter und ein Mann, der einen großen Beitrag zur Entwicklung der humanitären Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und Deutschland geleistet hat.“

Original: Група “30-го листопада”

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