Bericht zum Ukraine-Autokorso am 02. August 2014

Automaidan demo, BerlinDie Euromaidan Wache Berlin gemeinsam mit der ukrainischen Bürgerinitiative „AutoMaidan“ veranstaltete am 2.August 2014 einen Autokorso unter dem Motto:
Die Mauer der Ignoranz, Gleichgültigkeit und Untätigkeit müssen weg! In der Ukraine werden europäische Werte verteidigt.

Der Autokorso fuhr um 14 Uhr an der Oberbaumbrücke ab und führte entlang den Gedenkstätten der Berliner Mauer: East Side Gallery, Bernauer Strasse sowie Tränenpalast/Friedrichstrasse. Er endete am Brandenburger Tor bzw. am Platz des 18. März, wo im Anschluss daran um 16 Uhr eine große Kundgebung stattfand. Zum ersten Mal hat die ukrainische Gemeinde in Berlin die Aktion dieser Art organisiert. Keine Selbstverständlichkeit stellt auch die Tatsache dar, dass die Aktion von der deutschen Polizei genehmigt wurde. Die bestimmten Abschnitte der Strecke mussten für den Fahrverkehr gesperrt werden, was in einer Metropole mit 3,5 Mio. Einwohnern keine leichte Aufgabe war, die aber seitens der deutschen Polizei wie auch zu erwarten war tadellos gelöst wurde. Insgesamt mehr als 30 Autos aus Berlin, Hamburg und Kiew in Begleitung von 10 Fahrradfahrern nahmen am Ukraine-Autokorso teil. Die Ereignisse in der Ukraine, der Krieg im Osten des Landes lassen die UkrainerInnen in Deutschland nicht gleichgültig bleiben und führen zur Konsolidierung der Bemühungen, die auf die Unterstützung ihrer Landsleute gezielt sind. Was allen Teilnehmenden Mut gegeben hat und mit Überzeugung erfüllte, dass sie alles richtig machen, war die positive Reaktion der Berliner und der Gäste der Stadt auf die Aktion. Wir durften zustimmende Blicke, unterstützende Zurufe vom Straßenrand sowie freundlich winkende Hände der Passanten erleben, die die Farben der stolz im Berliner Wind flatternden ukrainischen Fahnen erkannt haben. In dem Moment war Berlin mit den Menschen in der Ukraine solidarisch und das war auch eines der Ziele, das die Organisatoren mittels dieses Autokorsos erreichen wollten. Damit diese Solidarität auch in der Ukraine gesehen wird, wurde die Aktion von Spilno.tv, Expresso.tv und RFERL live gestreamt.

Wie bereits erwähnt, fuhr die Autokolonne der Berliner Mauer entlang. Die Berliner Mauer war nicht nur die innerdeutsche Grenze. Vielmehr war sie ein Ort, wo noch bis vor 25 Jahren zwei Welten aufeinanderprallten. Im Westen herrschten Demokratie, Menschenrechte und Freiheit. Im Osten herrschte kommunistische Diktatur, die die Menschenrechte verachtete und ihre BürgerInnen mittels Terror und Propaganda im Zwang hielt. Die Berliner Mauer war ein Kind der DDR-Verbrechen, an der unzählige Familien und Freundschaften zerrissen und Lebenswege getrennt wurden. Sie war die Zeitzeugin von Fluchtversuchen, als weder Zäune noch Todesstreifen die mutigen DDR-Bürgerinnen in ihrem Erlangen nach Freiheit einschüchtern konnten. Heute ist sie der Erinnerungsort für die Opfer, denen auf dem Weg in die Freiheit das Leben genommen wurde.

Die Berliner Mauer ist gefallen. Aber eine neue Mauer wird nun von Russland in Europa errichtet. Die Ukraine wird zum Tatort. Seit Monaten verteidigen die ukrainischen BürgerInnen Demokratie, Menschenrechte und Freiheit zuerst gegen das korrupte Regime Janukowytschs, nun – gegen die Aggression Russlands. Viele Familien mussten ihren Hab und Gut zurücklassen und fliehen vor dem Schrecken des Krieges. Über tausend Menschen haben bereits ihr Leben dafür verloren, dass sie in der Welt der europäischen Werte leben wollen. Die Mauer des autokratischen Systems Putin ist da. Sie soll nun die Errungenschaften des Maidans zunichtemachen und für die Ukraine den Weg in Freiheit und Demokratie, den Weg in die Welt Europas, versperren.

Mit dem Autozug haben die Organisatoren an die deutsche Öffentlichkeit appelliert, den Ereignissen in der Ukraine gegenüber nicht gleichgültig zu bleiben! Europa soll nicht tatenlos dem Verbrechen Russlands zusehen und sich hinter den Mauern der Ignoranz, Gleichgültigkeit und Untätigkeit verstecken. Die Ukraine braucht eine entscheidende Unterstützung Europas.

Die Unterstützung von jedem einzelnen ist uns wichtig und wir haben diese sowohl während des Autokorsos als auch während der Kundgebung gespürt. Über 200 Menschen schließen sich der Ukraine-Demonstation um 16 Uhr an. Der Trauer-Flashmob gegen die russische Aggression sowie die Reden vom bekannten deutschen Bürgerrechtler und Publizisten Wolfgang Templin und von Eva Quistorp, der Mitbegründerin und Aktivistin der deutschen Friedens-, Frauen- und Umweltbewegung gehörten zu den emotionalsten und inhaltsreichsten Momenten der Kundgebung am Brandenburger Tor.

Videoreportage:
Radio Free Europe – http://www.radiosvoboda.org/media/video/26515646.html
Moderator: Vladimir / Spilno TV spilno.tv & Operator: Gregor Jakub / XCAM MEDIA xc.pl
https://vimeo.com/102463814 “Automaidan Berlin – Oberbaumbrücke”
https://vimeo.com/102460012 „Automaidan Berlin – East Side Galery/Tränenpalast“
https://vimeo.com/102460010 „Interview Brandenburger Tor”
https://vimeo.com/102416480 „ Automaidan Brandenburger Tor – Ukraine Hymn”
Igor Magrilov – https://www.youtube.com/watch?v=XISxkoN9y1g&feature=youtu.be
TV Kanal 112: https://www.youtube.com/watch?v=M2HL4MpLeCg

Videos von Alexander Kusmak „Autokorso von ganz oben“:




Fotoreportage:
Igor Magrilov – http://www.berlin-visual.com/ru/Automaidan-Kyiv-v-Berline
Thomas Hemberger – https://www.facebook.com/photo.php?fbid=939983902684783&set=a.939983826018124.1073741849.100000195473441&type=3&theater
Ingo Jakobs – https://www.facebook.com/ingo.jakobs/media_set?set=a.10152233122966921.1073741839.734951920&type=1&l=2d9611997f
Inna Tchekourda – https://euromaidanberlin.wordpress.com/2014/08/03/automaidan-in-berlin-weg-mit-mauern-in-den-kopfen-stoppt-den-krieg-in-der-ukraine/
Thorsten Strass – https://www.flickr.com/photos/101502199@N07/sets/72157646076811346

Euromaidan Wache Berlin

Advertisements
This entry was posted in Events in Berlin, News. World. and tagged , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.